Was geht in Kolumbien

Dies ist eine Seite für alle Freunde und Bekannte aus DD, B oder sonst wo auf dieser Welt. Sie soll die unnötigen Sammelmails umgehen und die neue Brücke zwischen erster und zweiter Heimat sein und dabei das dokumentieren, was wir in Kolumbien so treiben und was auch Kolumbien so mit uns für Späßchen macht...
Viel Spaß!!

Donnerstag, 21. Juli 2011

Der perfekte Urlaub


 Wie kann ich mich im Urlaub entspannen, nichts tun, Meer, Sonne und den Wind genießen?
Ja... genau ganz einfach auf eine Insel fahren die weit genug vom Festland liegt, so dass man nicht auf blöde Gedanken kommt und nah genug, um das Boot bezahlen zu können. Dann sollte die Insel noch so klein sein das eine Umrundung zu Fuß nicht länger als einen halben Tag dauert und schon ist der PERFEKTE URLAUB auch wirklich garantiert.

Denkste...
Isla fuerte fällt da raus...
Das Meer war einfach zu schön und zu klar und die Insel ein einziges Korallenriff (wenn auch erfolgreich so weit kaputt gemacht das man die schönen Schnorchelgebiete erst weiter draußen findet), so dass aus dem Plan, sich nur zwischen Campingküche, Hängematte und Klo hin und her zu bewegen doch nichts wurde. Wir mussten doch noch tatsächlich die Insel erkundigen, unzählige male Baden gehen und wunderschöne Sonnenuntergänge sowie eine Mondfinsternis bestaunen. Außerdem konnte ich dem unüberwindbaren Zwang nicht widerstehen mindestens dreimal am Tag mit Schnochelausstattung für längere Zeit in das Unterwasserreich zu spannern und den Fischverein kennenzulernen.


 Der Höhepunkt der Anstrengung gestaltete sich durch eine Expedition mit dem hießigen Gefährt Nummer Eins: Einem klassischen selbstgehauenen Einbaum. Nach diesem enormen Kraftaufwand war die Puste wirklich raus und wir reduzierten sogar das Kochen auf das notwendigste, da ja sowieso überall Mango und Koko rumoxidierte (im warsten Sinne...).


Am Ende kamen wir dann völlig geschafft und erledigt wieder zurück nach Pereira und führen jetzt endlich wieder ein entspanntes Leben zwischen Arbeit, Kindesverziehung und Weiterentwicklung.
In diesem wünsch ich allen ihren PERFEKTEN URLAUB!!!


Samstag, 25. Juni 2011

Endlich wieder mal Schnee


... und das SCHON ab 4800m Höhe. Der Hammer oder? In Kolumbien gibt es eben wirklich alles. Die Frage ist nur, wo und wie lange brauche ich da hin? In unserem Fall mussten wir unterstützt von ein paar gut trainierten Maultieren 3 Tage durch Berg und Tal von 2000 auf 5200m hoch. Unser Ziel war der Vulkan TOLIMA.



Die durch das Gewicht des Rucksacks verursachte Anstrengung, welchen wir letztendlich doch noch schleppen mussten, und zwar an den steilsten und höchst gelegenen Stellen der Tour, wurde diesmal durch 2 ganz neuarrtige Wahrnehmungen begleitet. Kopfscherzen und Atembeschwerden. Da ich mich mit einer Grippe auf den Weg in die Berge gemacht hatte, konnte ich letztendlich gar nicht mehr einschätzen, was von was kam. Erst als beim Frühstücksklatsch- und tratsch heraus kam, das selbst unser Bergführer kein Auge die Nacht zugemacht hatte, weil ihm der Kopf trönte, ordnete ich meine Kopfschmerzen auch der Höhe und nicht meiner Erkältung zu.


Mit viel Schnee, klarer Sicht und Sonnenschein hielt sich dieser Zustand nicht sehr lang und machte sehr schnell der Neugier, dem Abenteuergeist und dem Spieltrieb platz. So standen wir denn auch 4 Stunden nach den Worten "Naja, wir können ja mal ein bisschen mit der Ausrüstung auf dem Gletscher rumspielen" auf dem Gipfel des Vulkans und durften dessen Ausdünstungen beschnuppern. Nicht gerade sehr angenehm, kann ich da nur sagen. Deshalb verdufteten wir auch wieder recht schnell und begaben uns in die nächstgelegenen Thermalquellen, um unseren Sonnenbrand auszukurieren und das längst überfallige Bad wahrzunehmen... Es gibt eben nichts schöneres als nach 4 Tagen mal wieder Wasser auf der Haut zu spüren.

Montag, 30. Mai 2011

Yaje/ Ayahuasca - Droge oder Weg zum Verständnis?

Ein loderndes Feuer zeigt uns, dass die ersten Personen zur Feierlichkeit schon eigetroffen sind. In einer Finca außerhalb Pereiras steht unter einem großen Vordach ein kleiner Tisch, gedeckt mit verschiedenen Pflanzen, Tabak, Blätterbüscheln und kleinen Plasteflaschen in denen sich schwarze, braune und andere Flüssigkeiten befinden. Vor dem Tisch ist eine Bank aufgestellt, auf der die Medezinmänner, die Begleiter dieser Zeremonie feierlich in ihren Gewändern Platz genommen haben. Um den Tisch herum sitzen gespannt, ruhig aber auch ein bisschen nervöse Personen. Im ganzen Raum des Vordaches sind Kerzen aufgestellt, die die Atmosphäre in ein traumhaft schönes Licht rücken. Wir, ich und meine 2 Bekannten aus der französischen Schule, also wir Europäer, kommen spät aber immer noch rechtzeitig, um im Kreis Platz zu nehmen und dem Schaman (Medizinmann) zu lauschen, wie er den Neulingen die Zeremonie und den Sinn der heiligen Pflanze Yajé erklärt:


"Die Planze, die wir Indigenas seit Gedenken benutzen und die Tief in unserer Kulur verankert ist, wird euch viel Dinge zeigen, welche weiß ich nicht und wie viele weiß ich auch nicht. Jedem zeigt sie etwas anderes und jedem wird sie eine andere Nachricht mitteilen und damit in jeder Person das arbeiten, was sie für richtig hält. Niemals wird die Pflanze das gleiche erzählen aber immer wird es etwas sein, was mit dem Planeten, dem Universum und dem eigenen Leben sowie dem Leben umher zu tun hat. Sie wird euch körperlich, geistig und spirituell reinigen. Der Kopf und damit das Logische wird nicht mehr existieren und nur noch die Pflanze an sich in der Vereinigung mit allem dasein. Lasst euch von ihr führen und dahin bringen, wo es Yaje für wichtig hält. Erzwingt nichts und denkt immer an das was ihr in euch oder anderen heilen wollt."


Seit 2 Jahren nehme ich nun regelmäßig in den Zeremonien des Yajes teil. Es ist schwer die Erfahrungen in Worte zu fassen und davon zu erzählen, wohin mich die Pflanze bisher geführt hat. Vor allem ist es schwer die Gefühle und Bilder logisch zu beschreiben und zu berichten. Doch seit der letzten Zeremonie ist vor allem die Einsicht und die Notwendigkeit klar geworden von diesen Erfahrungen zu berichten. Besonders dies in die Richtung der Welt der LOGIK und der VERNUNFT zu tun. Was für mich Europe bedeutet. Dies ist in keinster Weise eine Anklage oder Urteil sondern ein Gefühl. Die Pflanze und einnahme der Pflanze ist aufgrund des Stoffes "DTM", der als Halozinogen bekannt ist, in Deutschland verboten. In Südamerika ist er allerdings Teil der indigenen Kultur. Viele Indigenas teilen die Ansicht, dass die Pflanze ein wichtiger Teil ist, in den Menschen das bewusste Handel zu erwecken und die Bedeutungslosen Dinge zu heilen. Der Unterschied zwischen einer Droge oder einer Medizin ist für mich der, dass ich eine Droge nehme, um mich von der Realität zu verabschieden und um meinen Spaß zu haben. Das außerdem niemand dabei ist, der mich unterstützt oder mich leitet. Eine Medizin ist für eine Heilung von etwas, was meiner Meinung nach nicht sinnvoll oder sogar schmerzlich ist. Heißt ich habe keinen Spaß sondern ich arbeite mit Hilfe des Medizinmanns und der Pflanze an verschiedenen Dingen in und außerhalb von mir. Das Yajé heißt insbesondere Arbeit, da ich nicht nur Durchfall habe und mich übergeben muss, sondern auch konzentriert bei den Dingen bleiben muss, die ich Heilen möchte und mich nicht von den Haluzinationen ablenken lassen darf.

Wie schon erwähnt, jede Zeremonie ist immer anders. Ich versuche einmal im Monat daran teilzunehmen, auch wenn es mir nicht immer gelingt. Zur Vorbereitung sollte jeder Teilnehmer eine Woche lang auf Fleisch verzichten und sich beonders mit lebender Nahrung (Gemüse, Salate und Früchte) ernähren. Auch danach sollte jeder weiterhin versuchen, eine gesunde und ausgeglichene Ernährung beizubehalten (was Fleisch nicht aussschließen soll).
Besonders stark waren in den letzten Yaje-treffen die Einsichten des Lebens und der Kreation an sich. So sah ich wie traurig das Leben ist, wenn man nur alles tut, um seine Pflicht zu erfüllen und Dinge zu tun, nur weil sie von einem erwartet werden. Ich sah die Umgebeung und fragte mich, ob Pflanzen und Tiere und alles um mich herum da ist, nur weil es von ihnen erwartet wird. Und warum sind sie so perfekt, so schön?
Ist nicht alles das, was wir machen, weil wir es wollen und weil wir es lieben so zu tun für uns perfekt und schön? Ist nicht alles das, was wir tun, weil wir es müssen und weil es von uns erwartet wird halb gemacht und auf Druck und irgendwie ohne Bedeutung?
Ich weiß, um in unserer Gesellschaft zu überleben und in unserm Standard, der ja auch nicht nur negativ ist, weiter zu existieren, müssen wir arbeiten und Dinge tun die wir nicht machen wollen. Aber für was arbeiten wir denn momentan in dieser Kultur? Arbeiten wir dafür, das wir rücksichtslos unseren Planeten und damit uns selbst zerstören? Oder arbeiten wir dafür, dass wir uns in Zukunft von unserer Natur Mensch total entfernen und so in einen irrealen, abstrakten und künstlichen Lebensraum kreieren? Oder arbeiten wir um etwas zu kreieren, was wir wirklich wollen, wo wir uns als Mensch an unserem Platz in diesem System verwirklichen und weiter entwickeln?  Ist nicht das Gleichgewicht das wichtige in jedem Leben? Das Gleichgewicht aus Arbeit und Genuss. Das gesunde Gleichgewicht aus Technik und Natur unter Rücksicht auf das LEBEN und nicht auf das "BILLIGSTE". Das Gleichgewicht aus Fühlen und Denken oder Herz und Kopf? Ich fühle häufig, dass ich viel zu wenig auf mein Herz höre und eher auf mein Kopf und ich denke, dass dieses in Europa ein realer Dauerzustand ist. Ich denke, dass es wichtig ist unser "warum" und "wo" auf dieser Welt zu finden, diesem einen wirkliche Sinn zu geben und dort aus dem eigenen Willen heraus anzufangen, etwas mit viel Sorgfalt und Herz zu schaffen und zu formen, aber nicht nur aus der Pflicht heraus. Das Gleichgewicht in allen Handlungen im Leben machen die besonderen und schönen Momente aus. zu viel ist eben zu viel. Ob es nun nur Glück oder nur Unglück, nur Denken oder nur Fühlen ist. Ich denke das "Schützt die Umwelt!" totalt veraltet und nicht wahr ist. Es muss heißen "Schützen wir uns selbst!, Schützt den Mensch!" oder machen wir uns startklar für eine neue Generation Mensch. Eine Generation, die auf Effiziens, Logik und Funktionalität basiert; weg vom stehen bleiben und sehen was andere um uns herum geschaffen haben und in ihren Herzen tragen. Dieser Ausdruck dieses Daseins, welches nicht vom Menschen kreiert wurden und erklärbar ist, sondern welches von einem anderen Dasein geschaffen wurde. Dieses Dasein diese Kraft, welcher wir auch nur ein Teil sind. Wir sind eben auch nur ein Teil einer Kette, die auch ohne uns weiter existieren wird. Das alles steht wohl irgendwo im Herzen geschrieben, im Fühlen. Denn das Herz kann am Ende niemand täuschen oder beeinflussen und ich glaube das eigene Herz trägt die Wahrheit für jeden in sich und weiß daher, wie und wo jeder seinen Sinn im Leben findet. Das schwierige ist mit dem Kopf und dem Herz zusammen das Leben zu meistern.
Solche Dinge sehe, fühle und erfahre ich in Form von Bildern, Gedanken und Gefühlen bei diesen Zeremonien. Danke für das lange durchhalten beim Lesen. Am Ende ist das auch nur meine eigene Realität. Ich hoffe ich konnte etwas von diesen Erfahrungen mit euch Lesern teilen und dazu motivieren mal darüber zu meditieren... NICHT ZU NACHZUDENKEN!!!! sondern nachzufühlen und den Weg zum Herzen zu suchen, denn da steckt wohl die Grundessenz unseres daseins...
Lassts euch gut gehen und wer noch mehr über dieses Thema wissen oder sprechen möchte, der möge mich kontaktieren oder schreiben...

Donnerstag, 19. Mai 2011

Wer braucht schon eine vernünftige Bildung?!!

Wenn ich wieder einmal durch die Gänge von Paulas Schule schländere und mir die Wände und die Ausstattung dieser öffentlichen Einrichtung ansehe, sage ich mir nur eins: "Hier wird meine Tochter nicht studieren!!! Komme was komme." Zu viele Kinder drängeln sich in einem Klassenzimmer und sorgen für einen konstant hohen Lärmpegel. Paula meint, das durch die Enge, die im Klassenzimmer vorherrscht viele Konflikte entstehen, die die Kinder meist nur durch Handgreiflichkeiten beenden oder verschlimmern, da das Verständnis für eine alternative Konfliktlösung meist nicht vorhanden ist.


An jeder Schule in Pereira stehen beim raus und reingehen der Kinder Polizeistreifen, die diesen Vorgang überwachen. Schon öfters musste die Direktorin zuvor die Polizei rufen, um Kinder vor Ihren Mitschülern zu schützen. Wenn das bei den Kindern schon so weit ist, ist mir auch klar warum der Konflikt in Kolumbien nicht zum Ende kommt.
Und wie reagiert die Politik. Eins ist klar: Nicht positiv. Aber etwas anderes hätte man auch nicht erwartet. Egal in welchem Staat. Auch in Kolumbien zählt eben die Wirtschaftlichkeit mehr als alles andere. und so wird weiterhin gespart und mehr und mehr privatisiert, "wirtschaftlicher" gemacht, Klassenräume auf ihre Belastbarkeit ausgemessen, Megaschulen gebaut und die Lehrer unterbezahlt. Aber hey, wer brauch schon eine vernünftige Bildung.
Und wenn man sich dann noch die Mühe macht und mal die Ziele der "Agenda 21" durchliest, speziell was in Sachen Bildung in diesem Dokument zur Zukunftssicherung der Menschheit steht (welches auch Kolumbien unterschrieben hat und "umsetzt"), wie z.B.:
  • Verständigungskompetenz: Sie umfaßt die Fähigkeit und das Wissen für eine Verständigung
    mit anderen, um zu einer gemeinsamen Kultur der nachhaltigen Entwicklung zu
    gelangen.
    · Vernetzungs- und Planungskompetenz: Darunter wird die Fähigkeit gefaßt, unter der
    Prämisse der Retinität (d.i. die Vernetzung von Kultur- und Naturwelt) und Nicht-
    Linearität denken und planen zu können.
    · Kompetenz zur Solidarität: die Fähigkeit, Solidarität zu entwicklen und sich für interund
    intragenerationelle Gerechtigkeit einzusetzen,
    · Motivationskompetenz: die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren und Freude daran zu
    empfinden, sich tätig und zukunftsgerichtet im Sinne der nachhaltigen Entwicklung zu
    entfalten,
    · Reflexionskompetenz: Dies ist die Fähigkeit zur distanzierten Selbst- und Fremdwahrnehmung,
    zur Selbstdistanz und Toleranz und zur Entwicklung von Leitbildern für eine
    ökologisch, ökonomisch und sozial zukunftsfähige Weltgestaltung.
Kurz gesagt weg vom auswendig lernen, hin zum selbstständigen kritischen DENKEN und HANDELN, dann fragt man sich doch ehrlich, ob das in der kolumbianischen Bildungspolitik nicht ganz verstanden wurde oder einfach ignoriert wird...
Hier noch ein Artikel zum Thema...

Dienstag, 10. Mai 2011

Entführt

Eines schönes Abends mit Salsa Rythmus im Blut und dem ein oder anderem Bierchen, genossen wir die lang ersehnten Sommernächte im Zentrum Pereiras. Als sich die Tanzwut schließlich mehr und mehr in eine angenehme Bettschwere verwandelte begaben wir uns mit dem Taxi zum geparkten Motorrad.


Da man in Pereira zwischen 0 und 4 Uhr morgens nicht mit dem Motorrad in Pereira fahren darf muss man also nach alternativen Möglichkeiten suchen, um nachts um 2 Uhr in sein Häuschen auf dem Lande zu kommen. Das geht zu Fuß, mit dem Taxi oder mit dem Motorrad, wenn man es so Parkt, dass man nur Dorfstraßen nutzt, also nicht in der Stadt fahren muss. In unserem Fall heißt das, dass wir das Motorrad in der Nähe der Universität parken um uns dann vom Acker zu machen. Meistens klappt das auch nur dieses mal kam uns der Abschleppdienst der hiesigen Verkehrspolizei in die Quere. Und das nur, weil irgendwo am Ende der Straße (natürlich von parkenden Autos verdeckt) ein paar Verbotsschilder gemalt wurden.
So wurde der Heimweg um einen Nachtwanderung und eine Erfahrung bereichert.


Nach mehreren unruhigen schlaflosen Nächten und der Vorbereitung auf die Rückkehr des täglichen Fahrradfahrens mit fast 20 kilo auf dem Fahrrad stand ich nach dem Wochenende vor dem Büro der Verkehrspolizei, um mich meiner Strafe zu stellen. Man bekommt in Kolumbien einen 50%-igen Rabatt, wenn man in den 5 Tagen nach der Tag die Rechnung begleicht und zusätzlich bei einem Kurs zum guten Verkehrsteilnehmer macht. Das Gute an dem Kurs ist, dass man hier alle wichtigen Tips und Tricks erklärt bekommt, wie man die Polizei von der Entführung seines Fahrzeugs abhalten kann.
Nach langem Zittern und Bangen, um die Zukunft meines treuen Gefährts und dem Zustand meiner Kniegelenke hatte ich dann irgendwann die Erlaubnis in den Händen meine Karre aus den Händen der Entführer zu befreien.
Danke...

Sonntag, 13. März 2011

Endlich neue Luft ... und RUHE!!!!!!


ja... die Zeiten des Reggeaton bei 100 Watt und der Megastereoanlagen mit ein und derselben CD, die sich langsam ins Unterbewusstsein einbrannte, sind nun endlich vorbei. Auch das Geschrei der Nachbarn, wenn sie gerade eine Auseinandersetzung mit ihren Kindern führten sind nun eingetauscht gegen ein sanftes Kikeriki oder Muuuuuuu..... am morgen. Ups... wenn ich die Zeilen sehe könnte ich fast davon ausgehen, dass ich 10 Jahre älter geworden bin. Oder vielleicht einfach einen "vernünftigen" Musikgeschmack habe.


Auch das einsturzgefährdete Dach über unseren Köpfen hat sich nun erledigt und wir damit ist auch die Angst vor evtl. Erdstößen geschrumpft. Kurz und knapp... WIR SIND UMGEZOGEN!!!
Dank den Stapelkünsten eines Nachbars und dem eisernen Willen seines Jeeps, haben wir auch nur 3 Fuhren gebraucht bis wir unsere angesammelten Habseligkeiten in unserem neuen Heim hatten.


Und nun hoffen wir das sich die Nachbarn nicht auch als Musikliebhaber mit nur einer CD entpuppen und die Familiendiskusionen unserer Nachbarn, auf Grund der gesunden Entfernung nicht bis an unsere Ohren dringen.


In Gedanken an die ruhige und leise Heimat... auf bald

Dienstag, 1. März 2011

Was ist eigentlich das Werkzeug Nr.1 beim Hausbau in Deutschland?


... Diese Frage stellte sich mir nach 3 Wochen Hausbau bei einem Freund. Besonders in den Momenten als ich lernte mit der Machete alle möglichen Formen in Holz oder Guadua zu schlagen. Es ist schon erstaunlich wozu eine Machete alles gut ist. Man kann Rundhölzer herstellen (sprich sich das drechseln sparen), einen Rundschnitt in einem Holzstück erstellen, der Guadua einen Spitzschnitt verpassen, Herzchen in die... na gut Spaß bei Seite...
Ich bin wie gesagt auf der suche nach dem wichtigsten Werkzeug beim Hausbau in Deutschland. Ich glaube ja mittlerweile gibt es DAS WERKZEUG nicht mehr sondern eher der WerkzeugSCHRANK oder die WERKZEUGTRUHE.


Ich wäre jedenfalls dem ein oder anderem Zimmermann und Hobbyhausbauer für eine Auskunft sehr dankbar. .
Auch sah ich mal wieder, das eine Konstruktion nicht wirklich einen Plan und oder Berechnungen brauch. Jedenfalls nicht hier auf dem Lande in Kolumbien. Ist schon witzig wie sich das Häuschen so langsam entwickelt ohne das wir wissen wohin es nun noch genau geht. Bleibt es bei 2 Geschössen oder kommt noch ein Dritter dazu. Übrigens WIR heißt eine Familie die in der Florida wohnt und die sich dem ökologischen Anbau und der geistigen und seelischen Vervollkommenheit und Entwicklung witmen und viele Helfer. Meistens hier aus Kolumbien seit letzterer Zeit aber auch vermehrt internationales Publikum. Und das Haus soll ein fester Sammelpunkt für alle Besucher und Mitwirker werden. Hiermit also die offizielle Einladung an alle, die am Experiment teilnehmen wollen.


Der liegt direkt zu Füßen der Berge und an einem Gebiet, wo abends hunderte von Vögeln eintreffen und ihr Abendkonzert halten. Ab und zu quakt da zwar ein Frosch dazwischen, kann aber der harmonischen guten Nachtsynfonie nicht wirklich etwas anhaben. 
Dann bin ich mal gespannt ob ihr meine Frage beantworten könnt. Vielen Dank schon im vorraus...
Bis demnächst

Sonntag, 16. Januar 2011

Auf der Flucht...

... vor Böllerei, Musik (zum heulen), aufgedrehte Anlagen mit 100 Watt Leistungsfähigkeit und schreiende durchgeknallte "Menschen", retteten wir uns über Weihnachten und Sylvester an die Küste und in die Berge. Zum Erfolg unserer Flucht verhalf uns nicht zuletzt, der aus Dresden zugestoßene, Herr Kotsch. So konnten wir uns schon am 20.12. in sicheren Gefilden des kolumbianischen Dschungels wissen. Nach einer mehrtägigen Erholungsphase mussten wir allerdings die Zelte abbrechen und uns weiter aus der Zivilisation zurückziehen, um uns vor eventuellen Übergriffen des Weihnachtsgehabes in Sicherheit zu bringen. So begaben wir uns am 24.12. in einem Kahn zu einer weit entfernten Halbinsel, wo wir endlich unsere Ruhe fanden. Afrikanische Brüder und Schwestern leisteten uns mit einem alten Trommelritual Beistand und flösten uns mit Guarapo und Viche (beides bezaubernd in seiner Wirkung) den ursprünglichen afrikanischen Weihnachtsgeist ein.


Nach den überstandenen Feiertagen wagten wir uns immer noch nicht zurück zu den Menschen im Weihnachtsfieber, sondern begaben uns weiter und weiter weg in die sichere Abgeschiedenheit von Strom und Musikanlagen. Am einsamen Strand, in der Geborgenheit einer Hängematte steuerten wir dem neuen Jahr entgegen. Nur unsere Hüfte und begeisterte Salsa-Ader sorgten für eine kurze Rückkehr in die Hochburg des Carnevals des SALSAs in CALI. Hier überliesen wir unseren Körper den angereisten Größen der SALSA. Und wirklich... inmitten der Euphorie der Calenios begannen sich unsere europäischen versteiften Hüften (hier sagt man: Die Europäer haben einen Stock im Kreuz), wie von selbst zu bewegen.
Um auch den Jahreswechsel in aller Ruhe begegnen zu können, begaben wir uns schließlich zum Temaskal in die Berge. Die Pacha Mama nahm uns in ihren Arm und bescherrte uns einen farbenfrohen und sonnigen Start für die diesjährigen Herausforderungen.


In diesem wünsche ich allen ein entspanntes neues Jahr mit viel Kraft, Kampfgeist und vor allem viel Entspanntheit!!!!!!!